Auflösungserscheinungen


Es heißt ja gerne, die hohen Auflösungen heutiger Kameras seien „unnötig“, „bringen nichts“ oder würden sich gar negativ auf die Qualität der Fotos auswirken. Entsprechend pauschales hört man immer wieder. Aber wie das bei pauschalen Aussagen eigentlich immer ist: es ist wahr und nicht wahr. Denn es kommt wie immer drauf an.

Wenn mit der höheren Auflösung mangelnde Sensorqualität ausgeglichen werden soll, wie das bei vielen „Digiknipsen“ und auch den Smartphones inzwischen passiert, wo sich mit jeder neuen Gerätegeneration die Auflösung fast verdoppelt, dann trifft das im Prinzip zu. Wobei man da wohl anerkennen muss, warum das passiert. Das ist nicht nur was für die Marketingabteilung sondern es wird dort (speziell bei Smartphones ist das in den meisten Apps so üblich, dass dort die Bildgröße für die Bearbeitung meist reduziert wird) einkalkuliert, dass Bilder kleiner gerechnet werden, spätestens wenn sie auf Facebook, Instagram, Eyeem oder sonstwohin hochgeladen werden. Fotos, die man sich in Originalgröße kaum anschauen mag können dort dann zu überraschend ansehnlichen Bildern werden. Die höhere Auflösung bei der Aufnahme kann – solange die Bedingungen nicht zu extrem sind, denn dann gilt das Gegenteil, dort wirkt sich eine hohe Auflösung auf winzigem Sensor tatsächlich negativ aus, mit stärkerem Rauschen, Überscheinen oder ähnlichem) – manchen Mangel in Dynamik und Details, die die kleinen Linsen solcher Kameras mit sich bringen, ausgleichen.

Der Trend zu höheren Auflösungen hört aber natürlich auch bei digitalen Spiegelreflexkameras nicht auf. Und hier kann der Fall völlig anders aussehen: die Sensoren sind dort ja deutlich größer und, vor allem, um einiges ausgefeilter, inklusive der daran hängenden weiteren Elektronik. Die Nikon D800 z.B. ist ein 36,3 Megapixel-Monster, als die Specs durchsickerten, bevor die Kamera auf dem Markt war, schrie die Fachwelt auf, dass eine solche Auflösung völliger Unsinn sei und mancher unkte, dass Nikon das keinesfalls so in den Griff bekommen könne, dass sich daraus tatsächlich irgendein Mehrwert für den Fotografen ergeben würde. Nikon bewies der Fachwelt inzwischen das Gegenteil, und auch Sonys A7r bekommt weit bessere Kritiken als zunächst gedacht.

Um mal zu zeigen, was 36 Megapixel bedeuten, habe ich hier mal ein Foto und einen Ausschnitt davon, der das demonstriert…

Glastonbury Tor

1/320 • f/9.0 • 35.0 mm • ISO 100 NIKON CORPORATION NIKON D800

Ausschnitt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.