Der Gitarrist 1


Ich erwähnte ja letztens, dass ich sowohl bei „Leutefotos“ als auch bei Schwarz-Weiß-Bildern noch so einige Defizite habe und ich diese deshalb noch üben müsse, weil ich auf diesen Gebieten gern Ergebnisse hinbekommen möchte, die vor meinem überbordenden Perfektionismus bestehen können.

Und dann „passierte“ mir letztes Wochenende auf einem Openair-Konzert in Mannheim dieses Foto:

Konzert an der Neckarbrücke

Nikon D800 • 1/125 • f/5.6 • 105.0 mm • ISO 500

Dabei waren die Lichtverhältnisse nicht ideal: Abenddämmerung, bewölkter Himmel, dennoch Gegenlicht, die direkte Umgebung relativ öde. ISO 500 war das niedrigste, das gerade noch so ging.

Aber als der Mann an den Bühnenrand vor kam und ich zufällig auch auf der „richtigen“ Seite stand (in die andere Richtung wäre der Hintergrund viel unruhiger gewesen) ahnte ich schon, dass da was draus werden könnte, ich hatte schon ein paar Bilder speziell von diesem Menschen gemacht, da er dieses wunderbare ruhige, aber deutliche klassische Blues-Rock-Posing drauf hatte (obwohl die Band sauberen Punk spielte) und konnte mir schon sicher sein, dass er das für sein Solo auch wieder zeigen würde.

Entsprechend ging ich etwas in die Hocke, bis Blickrichtung des Gitarristen und Zuhörerin eine Linie bildeten und hielt drauf und machte eine kleine Serie Fotos, in der Hoffnung, dass eins davon was würde.

Daheim stellte ich dann fest, dass das Gegenlicht leider doch so stark war, dass beim Rausziehen der Schatten im Gesicht auch viel Farbe verloren ging und dadurch auch starkes Rauschen auftrat – man kann das hier auf diesem Bild, das ich wegen des Abendrots doch mal farbig gelassen habe, gut erkennen.

Aus diesem Grund habe ich das dann – aus der Not heraus – mal in Schwarz-Weiß versucht, und siehe da, da kam ein tolles, kontrastreiches Gesicht bei raus, und auch im Hintergrund ließ sich die Zuhörerin super herausarbeiten.

Und ja, dennoch muss ich noch weiter an „Leute“ wie auch an „Schwarz-Weiß“ arbeiten. Damit ich irgendwann schon beim Fotografieren weiß, dass ich etwas als Schwarz-Weiß-Bild haben will. Und auch bei Leuten weniger auf den Zufall angewiesen bin.

Allerdings bin ich durchaus schon mal ziemlich zufrieden mit dem Punkt „Gelegenheiten erkennen und nutzen“. Und auch mit „den geeigneten Ausschnitt aus einem Foto herausschneiden“.


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