Fotoportale – ein Vergleich zwischen Ipernity und 500px 1


Es gibt ja eine Menge Angebote im Netz, auf die man seine Fotos hochladen und Portfolios erstellen kann. Die meisten haben Communityfunktionen, genug Speicherplatz und viele unterstützen auch Meta-Informationen wie z.B. die EXIF-Daten der Aufnahmen, Ortsangaben, Taggings und vieles mehr. Nach wie vor dürfte FlickR der Platzhirsch sein, speziell, seit seit einiger Zeit dessen kostenlos-Version mit einem Terabyte Speicherplatz und keiner weiteren Einschränkung außer Werbung sehen zu müssen konkurrenzlos ist. Zumindest bis Yahoo irgendwann mal Konkurs anmeldet.

Daneben haben sich allerdings doch einige kleine wie größere von IT-Riesen unabhängige(re) Angebote etabliert, die mit kostenpflichtigen Pro-Accounts ähnlichen oder gar weitergehenden Funktionsumfang wie/als die Großen von Yahoo, Google, Amazon usw. versprechen, in Funktionalität, in Qualität, in Communitydingen oder in allem zusammen.

Ich hatte schon länger mal vor, die beiden Bezahl-Dienste, die ich nutze, gegenüberzustellen und zu versuchen, die Unterschiede, die Vorteile und die Nachteile aufzubereiten, die mir aufgefallen sind. Also das in Frankreich beheimatete Ipernity und das kanadische 500px. Ich hab das jetzt schon eine Weile vor mir hergeschoben, aber da Ipernity im Sommer sein 10-jähriges Bestehen feierte dachte ich mir, mach ich das doch endlich mal.

screenshot-2016-06-01-10-52-22

 

screenshot-2016-06-01-10-51-52

 

Kosten

Beide Portale bieten einen „Free-Account“, bei beiden Diensten ist diese Variante aber so stark in Funktionen und Möglichkeiten eingeschränkt, dass man diese Account-Form wirklich nur zum ausprobieren nutzen kann, also zum nachschauen, ob man mit Handling und „Feel“ zurechtkommt. Auf Dauer wird man bei beiden nicht um einen Bezahlaccount drum rum kommen, nicht nur wegen der Beschränkungen der Upload- und/oder Speichermengen sondern weil gerade die Funktionen, die den jeweiligen Dienst ausmachen, erst wirklich nutzbar werden, wenn man die Nutzung zahlt.

Kostentechnisch liegen beide Dienste ziemlich gleichauf: ipernitys Club-Account kostet rund 25€ / Jahr (45€ bei 2 Jahren) , der Plus-Account bei 500px rund 25$ / Jahr.

500px bietet darüber hinaus noch teurere „Profi“-Accounts, deren zusätzliche Benefits haben aber wenig mit den Funktionalitäten zu tun, um die es mir hier geht und richten sich schon eher an Profifotografen. Club und Plus decken jeweils alles ab, was man als Hobbyist braucht: unbegrenzte Uploads, Speicherplatz, Zugriff auf Fotos und Funktionen wie Embedding, Community, Sortierfunktionen wie Alben etc. und bei Ipernity den Downloadzugriff (dazu unten mehr). Somit sind es diese beiden Accounttypen die, die ich nutze und vergleiche. Wer grundsätzlich kein Geld ausgeben will muss zu Yahoos FlickR oder zu Google und braucht gar nicht weiterlesen.

 

Bilder hochladen und organisieren

Der Uploadscreen von Ipernity

Der Uploadscreen von Ipernity

Der Uploadscreen bei 500px

Der Uploadscreen bei 500px

Bei beiden Plattformen gibt es kein Upload-Limit, weder bei der Menge pro Upload (Anzahl, Monatlich, Größe*) noch bei der Größe des Speicherplatzes insgesamt. Beide lassen auch Drag & Drop zu, in beiden kann man gleich Keywords angeben und direkt in ein bestehendes oder neu zu erstellendes Album (Bei 500px heißt das „Galerie“, im Folgenden bleibe ich aber bei „Album“) laden. Ich kann Tags, einen Titel und einen Kommentar/Beschreibungstext schreiben – bei Ipernity bis auf für alle Bilder gültige Tags erst nach dem Upload, bei 500px schon während des Uploads, so dass bei 500px direkt bei „Veröffentlichung“ schon alles eingegeben ist, während man bei Ipernity direkt nach dem Upload zunächst nur die Dateinamen als Titel da stehen hat. Die individuelleren Angaben zu machen geht aber schnell direkt nach dem Upload, so dass dieser etwas unschöne Zustand nur ein paar Minuten lang währt.

*Bei Ipernity stimmt das genau genommen nicht ganz: da man dort auch „Mediafiles“, also MP3s und Videos, hochladen kann, gibt es ein Limit pro File von 1/2 GB. Da aber kein Foto dieses Limit erreicht und es mir hier um Fotos geht, gibt es praktisch dennoch keines.

Bei Ipernity kann man aber vor dem Starten des Uploads den Zugriff auf einzelne Bilder einschränken, indem man sie nur für „Freunde“ oder „Familie“ oder beide zugänglich macht, oder auf „Privat“ setzt, also nur für mich selbst sichtbar, da Ipernity für andere Ipernity-Kontakte die Untergruppen „Freunde“ und/oder „Familie“ anbietet. 500px hat eine solche Möglichkeit nicht, dort gibt es nur die Möglichkeit, Bilder gleich auch auf die Profilstartseite zu setzen oder erst einmal nur in „Alle Fotos“ hochzuladen und von dort dann zu entscheiden, welche davon auch auf der Profilseite auftauchen sollen. Das ist ein bisschen unübersichtlich gelöst, darüberhinaus, weil man da zunächst in sein „Fotos verwalten“ im Profilmenü und dort auf „all Photos“ gehen muss, bevor man auf „Upload“ klickt, weil sonst default die Fotos in „Public“ geworfen werden.

screenshot-2016-06-01-14-24-17

Das Web-Tool zum Organisieren der Fotos auf Ipernity

Hat mich eine Weile Zeit gekostet, das rauszubekommen: Bilder, die ich nicht „öffentlich“ sichtbar haben will, darf ich beim Upload weder einer normalen Galerie noch auf die „öffentliche“ Profilseite zuordnen, aber zugriffsgeschützt sind sie dennoch nicht, wenn ich den Link der Einzelansicht kenne. Ich kann allerdings eine Galerie auf „Privat“ setzen, so dass diese nicht auf der Galerie-Übersicht des Profils gelistet wird. Ein Album für Fotos eines Familienfestes, auf das ich explizit nur bestimmte Leute zugreifen lassen möchte, ist auf 500px also im Sinne von echter „Privacy“ nicht möglich.

Ipernity bietet diese Möglichkeit für andere Ipernity-Accounts (dafür reicht ein Free-Account aus) über eine Zuordnung meiner Kontakte zur entsprechenden Gruppe, und es gibt sogar die Möglichkeit über einen entsprechenden Freigabelink Leuten den Zugriff auf Alben oder Einzelbilder ohne vorherige Registrierung eines Accounts und Aufnahme in die Kontaktliste zu ermöglichen. Da Ipernity diese Möglichkeit, Bilder und Alben granuliert zu „privatisieren“, hat, kann man das dort auch überprüfen, indem man sich sein Ipernity-Profil in den verschiedenen Modi „Familie“, „Freunde“, „Alle anderen“ anzeigen lassen kann.

Beide Plattformen bieten neben vollem Copyright oder Copyright-frei die Möglichkeit, alle gängigen Creative Commons Lizenzen für jedes Bild separat zu vergeben. Die Anzeige der EXIF-Daten wird ebenfalls unterstützt, sowie diese Anzeige einzuschränken, wenn man sie nicht zeigen möchte. Wobei auch hier Ipernity die Nase vorn hat, denn deren EXIF-Page für ein Foto ist wirklich umfassend.

Bildgrößen und Embedcodes bei Ipernity

Bildgrößen und Embedcodes bei Ipernity

Embedcode von 500px

Embedcode von 500px

Ipernity bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ein Bild auszutauschen, also z.B. nach einer Änderung zu ersetzen. Das ist sehr praktisch, wenn man eine kleine Änderung machte an einem Foto, das schon einige Views, „Likes“ und Kommentare hat – z.B. eine kleine Retusche, deren Notwendigkeit ich zunächst übersehen hatte. Man kann Bilder drehen, falls ihre Ausrichtung nicht stimmt und man kann sie mit dem externen Dienst Picmonkey direkt aus Ipernity heraus bearbeiten. 500px bietet in Sachen Bildeditierung nur die Möglichkeit, ein vorhandenes Bild zu beschneiden.

Beide Plattformen bieten neben direkten Möglichkeiten, Einzelbilder weiteren Alben und/oder Gruppen zuzuordnen auch Möglichkeiten, Bilder im „Bulk“ zu organisieren. Also Alben/Gruppenzuordnung, Localization, Lizenzen, Privacy etc.. Ipernity macht das in einer praktischen Web-App. Dort kann man Bildauswahlen bearbeiten, Alben, Gruppenzuordnungen, Sortierungen, Lokalisierungen und vieles mehr, sehr bequem per Drag & Drop. Ein sehr mächtiges Tool das kaum Wünsche offen lässt.

Bei 500px ist die Bulkbearbeitung auf in der Übersicht markierbare Bilder beschränkt und bei der Auswahl mehrerer Bilder, die weiter von einander „entfernt“ sind, hat man einiges an Gescrolle, während man im Webtool von Ipernity die zu bearbeitenden Bilder erstmal auf einer Art Desktop zusammen sammeln kann und selbst dort nochmals nur bestimmte markieren kann. Bei einer Auswahl weniger Bilder unter mehreren Hundert oder gar Tausend erleichtert das die Arbeit ungemein.

Beide Plattformen bieten die Möglichkeit, ein Foto auf einer externen Webseite einzubetten, inklusive Embed-Code. 500px löst dies über eine DIV-Box. 500px versieht das zusätzlich mit einem Javascript-Schnipsel, der Titel und Like-Herzchen einblendet, wenn man drüber hovert. Ipernity bietet Embedcodes für verschiedene Größendarstellungen in einfachem HTML sowie BB-Code.

Bei 500px scheint ein Download meiner eigenen dort hochgeladenen Fotos nicht möglich. Ipernity bietet mir dagegen an, verschiedene Größen meines Fotos runterzuladen oder eben auch das Original. Somit fällt eine Cloud/Backup-Funktionalität bei 500px flach, während ich über Ipernity überall, wo ich Netz habe, auch auf alle meine Fotos zugreifen kann. Im Original.

 

Community, Social und Selling

Timeline Startseite und Notifications bei 500px

Timeline Startseite und Notifications bei 500px

Gruppenaktivitätsübersicht bei Ipernity

Gruppenaktivitätsübersicht bei Ipernity

Hier punktet 500px, denn die dortige Community ist weitaus aktiver als die bei Ipernity. Was daran liegt, dass 500px über eine echte Smartphone-App verfügt und eine „Timeline“, wie man es von Social Services wie Instagram, EyeEm u.ä. kennt, so dass man einfacher und konsistenter überhaupt Fotos anderer Leute gezeigt bekommt. Da ist Ipernity mit einem recht altbackenen Übersichtsschirm mit kleinen Thumbnails und umständlicher Herumklickerei, um Neuigkeiten aus Freundeskreis und Gruppen angezeigt zu bekommen technisch und vor allem Usability-mäßig deutlich schlechter aufgestellt, und das merkt man dann auch in Gruppen und auf den eigenen Fotoseiten: es passiert da recht wenig und wer sich austauschen möchte, muss sich seine Kommunikation holen gehen anstatt sie geliefert zu bekommen. Da ist Ipernity eindeutig technisch irgendwo in einer Zeit von vor 7 Jahren hängengeblieben, was bedeutet, dass die Community dort fast nicht mehr stattfindet, denn die User sind das einfach nicht mehr gewohnt so, man ist heute Push gewohnt und erwartet dies auch, Pull ist schlicht veraltet, das macht keiner mehr.

500px arbeitet dagegen zeitgemäß mit Notifications und Timelines, in denen Aktionen und Neuigkeiten direkt angezeigt werden, so dass man nichts verpasst, auch wenn man nicht dauernd explizit seine Gruppen oder Kontakte aufsucht, weil Aktivitäten anderer eben schon auf der Startseite angezeigt und damit verfolgbar sind bzw. in der App auch als Push-Notifications angezeigt werden können, wie man das eben auch von Instagram und ähnlichem gewohnt ist. Das ist teilweise in den Default-Einstellungen schon so viel, dass ich dort erst einmal alles mögliche erst mal wieder ausgehakt habe, weil man sonst selbst als relativ inaktiver User fast schon zugespamt wird mit Benachrichtigungen. Andererseits lässt sich das aber auch ziemlich fein einstellen, wovon und über welchen Kanal – Push oder Mail – man sich über was und was nicht benachrichtigen lassen möchte.

Etwas, das 500px bietet und Ipernity nicht ist die Möglichkeit, Fotos zu kaufen und zu verkaufen. Man kann in 500px Fotos für den Verkauf/die Lizensierung im 500px-eigenen Stockfoto-Markt freigeben. Das tun auch nicht wenige User dort, und das zeigt auch einen Unterschied zwischen 500px und Ipernity, nämlich, die primär angesprochene Zielgruppe. 500px zielt ganz klar auf den ambitionierten Amateur, den semiprofessionellen User bis hin zum tatsächlichen Profi. In den teureren Accounts kommen deshalb hauptsächlich weitergehende Möglichkeiten dazu, Portfolios zu erstellen und zu personalisieren hinzu, sowie detaillierte Statistiken und ähnliches, für Menschen, die – etwas Anstrengung in die Möglichkeiten der gebotenen Möglichkeiten zum Taggings und Suchmaschinenoptimierung usw. vorausgesetzt – tatsächlich an mehr als einen kleinen, mehr oder weniger „zufälligen“ Nebenverdienst interessiert sind. Aber schon der Plus-Account bietet hier ein paar Möglichkeiten, sich mit dem Verkauf von eigenen Bildern ein paar Euro dazu zu verdienen.

Sofern man ein klein bisschen Mühe da hineinsteckt, denn um im Shop oder im normalen Stream gefunden zu werden oder aufzufallen reicht es dann nicht, einfach seine Bilder hochzuladen und fürs Shopping freizugeben. Ein bisschen Hirnschmalz und Zeit muss man da schon aufwenden, um viele und passende Tags auf die jeweiligen einzelnen Fotos zu setzen, zu kategorisieren und in Alben und Portfolios zu featuren. Darüber hinaus sollte man sich dann auch in der Community sichtbar machen, indem man entsprechenden Gruppen beitritt und dort aktiv ist, sich mit anderen Usern verbindet und interagiert und auf diese Weise eben auch „Likes“ sammelt (und selbst verteilt). Ich hab das selbst noch nicht groß ausprobiert und kann deshalb nicht sagen, wieviel Zeit und Aufwand man da wirklich konkret reinstecken muss, bis sich das auswirkt, aber ich vermute mal, dass es nicht wenig ist und ohne Regelmäßigkeit man da auch nicht wirklich „erfolgreich“ sein kann.

 

Fazit

Die Gemeinsamkeit zwischen Ipernity und 500px ist, dass es sich um Plattformen handelt, auf die man seine Fotos hochladen kann. Tatsächlich nutzbar sind beide Dienste zum ungefähr selben Preis, die Free-Accounts sind bei beiden so stark eingeschränkt, dass sie zum Reinschnuppern taugen, zu mehr aber auch nicht. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber dann auch schon auf.

Ipernity punktet in der Funktionalität als „Fotospeicher“. Es hat den Fokus hier eindeutig stärker auf der „technischen“ Seite des Fotografierens und der Behandlung von Fotos, der Benefit ist eher – wie soll ich das ausdrücken – nach „innen“ gerichtet als nach „außen“: ich habe Zugriff auf alle meine Fotos, ich kann sie mit Hilfe sehr gut bedienbarer Tools und Funktionen fein granuliert sortieren, die Privacy-Funktionen und die Einstellungsmöglichkeiten, wem ich was erlaube zu tun, zu sehen oder nicht zu tun oder zu sehen – von der öffentlichen Sichtbarkeit über die nur für Bekannte, Freunde, Familie oder gar nur für mich, der Möglichkeit individueller Freigaben, von der Anzeige ausführlichster EXIF-Daten über mögliche Bildgrößen bis zur Möglichkeit, bis zur Originalgröße in ein Bild hinein zoomen zu können, bis möglichen Downloads wiederum verschiedenster Größen lässt Ipernity keine Wünsche offen – und so nutze ich diesen Dienst dann auch, ich lade da tatsächlich jedes Foto hoch, das ich mache, es ist mein Fotoalbum, in das ich alle meine Fotos klebe, die ich schieße. Und ich schieße z.B. in einer Woche Englandurlaub gerne mal einige hundert Fotos. Ja, die sind dann alle auch auf Ipernity und ich genieße es, überall, wo es Internet gibt, auf alle meine Fotos Zugriff zu haben, inklusive der Möglichkeit, jedes Foto in Originalqualität runterladen zu können.

Dass das etwas altbackenere Design, da seien wir ehrlich, inzwischen wirklich ein wenig veraltet ist, stört mich da nicht wirklich, denn ja, es mag keine fancy Overlays und heute modernen Fullscreen- und Continuous Scrolling-Layouts haben (von einem Lightboxlayer abgesehen, mit dem man durch die Fotos browsen kann), aber es ist – vielleicht auch gerade wegen dieser etwas altbackenen effektarmen Einfachheit – sehr gut und einfach zu bedienen und es verfügt mit der Organiser-Web-App über ein großartiges Tool, mit dem die Verwaltung der Bilder – gerade wenn es sehr viele sind – leicht, intutitiv und effizient von der Hand geht. Bei 500px schaut das vielleicht fancier aus, ist aber ein Pain in the Ass, wenn man mehrere Bilder unter vielen Bildern (um)organisieren will.

Wenn ich allerdings Interaktion und Community will, verliert Ipernity eindeutig gegenüber 500px. Was vor allem an 500px’s Geschäftsmodell liegt, das über den Provisionsanteil nicht wenig am Fotoverkauf seiner Mitglieder mitverdient, aber eben dafür dann auch Funktionalität bieten muss, die auf Showcasing, Interaktion und Kommunikation ausgelegt sind. Bei 500px findet man deshalb eine komplette Social Media Funktionalität, mit entsprechender App, Notifications usw. usf., so dass man 500px ein bisschen flapsig (und vielleicht auch arrogant, aber hey…) als ein „Instagram für richtige Fotos“ bezeichnen könnte.

Layout/Designtechnisch ist 500px auf aktuellstem Stand und zeigt alles, was man heute als „modern“ empfindet. Allerdings ist 500px eindeutig stark auf „das Foto“ ausgelegt und weniger auf „viele Fotos“. Als Manko empfinde ich auch die fehlende Möglichkeit, Bilder größer als die Bildschirmgröße anzeigen zu können, um mal bei einem interessanten Foto in ein Detail reinzoomen zu können. Und ein Download selbst der eigenen Bilder ist wie gesagt gar nicht möglich.

Und genau deswegen nutze beide Dienste, denn würde ich mich auf 500px beschränken, fehlte mir die Cloudfunktionalität komplett und auch für die Verwaltung von großen Mengen an Fotos ist Ipernity eindeutig besser ausgelegt. Die Möglichkeit, Fotos oder ganze Alben nur bestimmten Leuten zugänglich zu machen ist großartig gelöst, so dass ich z.B. auch Fotos eines privaten Familienfestes oder einer Party oder sonstigen eher privaten Gruppenaktivität hochladen kann und das als „Familienalbum“ den entsprechenden Leuten exklusiv zugänglich machen kann.

Auf 500px lade ich stattdessen meine „Best of“ hoch, also nicht alle 400 Englandfotos sondern eben nur eine Auswahl und ausschließlich Fotos, die ich öffentlich zeigen kann und will, und freue mich über die Resonanz und den funktionierenden Austausch mit anderen Leuten dort. Und vielleicht probiere ich demnächst auch mal den Shop aus, indem ich eine Hand voll Fotos mal für den Verkauf freischalte.

Meine ideale Plattform wäre eine Kombination von Ipernity und 500px. Drum gibt es für mich hier auch keinen „Sieger“ in diesem Vergleich, und deshalb nutze ich eben auch beide Plattformen – beide bieten jeweils Funktionen, die ich für essentiell und gut umgesetzt halte, und beiden fehlen welche. Entsprechend ist mein Fazit kein „entweder – oder“, sondern ein „sowohl – als auch“.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu “Fotoportale – ein Vergleich zwischen Ipernity und 500px

  • rollinger

    Ausführlicher geht es wirklich nicht erklärt. Ich bin da ja ähnlich verbandelt. Diese Ordner und Portfoliogedöns bei 500px ist leider irgendwie nicht ganz zu verstehen für mich oder ich bin zu faul mir darüber Gedanken zu machen. Ipernity ist da eindeutig.
    Danke für die Erklärung und Zeigen der Unterschiede, weiß ich wenn ich fragen muss wenn ich mal wieder denke „orrr wo sind die Fotos?“