Habt ihr auch alle eure Bildschirme kalibriert?


Ich habe mir vor kurzem einen neuen PC angeschafft. Bei der Gelegenheit fiel mir mal wieder auf, wie wichtig es ist, den Bildschirm – oder die Bildschirme, wenn man mehrere betreibt – zu kalibrieren. Ich habe zwei, einen LED- und einen Röhrenmonitor.

Die stehen nebeneinander, und schon allein der Desktophintegrund sah mit dem neuen Rechner völlig unterschiedlich aus. Die Farben genauso wie die Grauwerte. Speziell bei letzteren war das sehr auffällig, da der Monitor eine deutlich wärmere Farbgebung zeigte als das LED-Display. Es war schwer, zu entscheiden, ob die LED-Anzeige nun zu blau oder der Monitor zu gelbstichig war. Wahrscheinlich beides.

Bei der Bildbearbeitung in Lightroom verwende ich auch beide Displays, und spätestens als ich das selbe Bild auf beiden Monitoren hatte, war es unmöglich, die Bilder zu bearbeiten, da die Bilder völlig unterschiedlche Farben und auch Kontraste anzeigten – nach welcher Anzeige sollte ich mich da richten? Stimmte es auf dem einen Monitor, war das Foto auf dem anderen je nachdem entweder zu flau und warm oder zu kontrastreich und kalt. So oder so konnte ich nicht sicher sein, dass meine Fotos auch auf anderen Monitoren wenigstens halbwegs so ausschauen, wie sie sollen.

Nun muss niemand eine professionelle Kalibrierung mit Hilfe von Messgeräten und spezieller Software durchführen – professionelle Fotostudios oder Grafikagenturen tun sowas. Windows- und Mac-Systeme bieten von Haus aus eine für den Hausgebrauch völlig ausreichende Kalibrationsmöglichkeit, gesondert für alle angeschlossenen Monitore.

Zu finden ist das bei Windows 7 (wenn ich mich richtig erinnere war das in anderen Versionen aber nicht anders) in der Systemsteuerung unter „Farbverwaltung“. Man wählt unter „Geräte“ den einzustellenden Monitor aus und wechselt dann auf den „Erweitert“-Reiter. Dort gibt es einen Button „Bildschirm kalibrieren“. Beim Mac geht man in die „Systemeinstellungen“, dort auf „Monitore“ und von da aus auf „Farbe“, um den Punkt „Kalibrieren“ zu finden.

Da jeweils drauf geklickt, und man wird schrittweise durch einige Einstellungen geschickt, während derer man teils im Fenster an Reglern dreht, teils aufgefordert wird, ein Testbild mit Hilfe der Einstellungstasten des Monitors zu justieren.

Und da meine beiden Monitore jetzt wieder Fotos fast* gleich anzeigen, kann ich nun auch wieder sicher sein, dass meine Bildnachbearbeitungen auch anderswo – z.B. für Abzüge oder Drucke – so aussehen, wie ich das möchte. Und auch bei anderen Leuten auf dem Monitor, wo sich auch jemand die Mühe machte, sich das Display ein bisschen nachzujustieren und nicht alles so stehen zu lassen, wie es aus der Verpackung kam.

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*fast: Verschiedene Displaytechniken bilden nicht nur wegen verschiedener Einstellungen verschieden ab, sondern auch, weil sie eben auf verschiedenen Techniken beruhen. Das heißt, speziell bei Helligkeitskontrasten bleiben Unterschiede sichtbar zwischen LED, Röhre oder TFT. Diese technischen Kontrastunterschiede kann man zwar mit viel Mühe noch etwas ausgleichen, viele moderne Flachbildschirme sind da inzwischen wirklich sehr gut. Wenns nicht grade die möglichst billigsten sind. Das war bis vor ein paar Jahren noch nicht der Fall, da musste man noch ein kleines Vermögen ausgeben, um einen farbtreuen Flachbildschirm zu bekommen, oder eben zumindest für die Bilddarstellung noch einen Röhrenmonitor angeschlosssen haben.

Aber ein der Physik geschuldeter Restunterschied bleibt auch heute noch, da die Lichterzeugung bei verschiedenen Techniken eine andere ist und das Licht entsprechend verschieden erzeugt und ins Auge geworfen wird. Aus diesem Grund behalte ich meinen guten alten Röhrenmonitor, solange er noch tut…

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