ipernity in Schwierigkeiten 2


Letztes Jahr Anfang Dezember kündigte das ipernity-Team in einem Blogpost an, dass ipernity wahrscheinlich Ende Januar [update: verschoben auf Ende Februar, weil es spannende Entwicklungen zur Rettung gibt] diesen Jahres den Dienst einstellen wird. Das kam nicht vollkommen überraschend, denn dass es recht knapp für sie läuft haben sie schon einige Monate früher mal erzählt, aber dass es sooo knapp ist und es jetzt doch so schnell gehen solle war schon ein mittlerer Schock. Ich bin dort seit 10 Jahren zahlender Kunde und habe so ziemlich alle meine Fotos mindestens ebenjener 10 Jahre dort liegen. Erst vor kurzem schrob ich ja noch einen langen Artikel, warum ich dort bin und warum ich seit Jahren bereit bin, Geld für diesen Dienst zu zahlen. Für mich war und ist ipernity im Leistungsumfang und für diesen Preis unschlagbar. Umso frustrierender ist diese Entwicklung.

Ich habe mich deshalb in den vergangenen Wochen natürlich umgesehen, nach einer „neuen Heimat“ für meine vielen Fotos, und ich wäre auch bereit, ein paar Euro im Jahr mehr zu zahlen als bisher (wäre ich übrigens auch bei ipernity selbst), aber ich bin bislang nicht fündig geworden. Es gibt ja durchaus noch ein paar andere Dienste neben Flickr, aber keiner von denen kommt auch nur ansatzweise an den Funktionsumfang von ipernity ran und sie sind überdies dennoch oft deutlich teuerer. Zu teuer dafür, dass sie selbst dann noch Beschränkungen haben, die ich für dieses Geld nicht akzeptiere.

Das geht z.B. damit los, dass man bei manchen trotz Bezahlaccount nur eine begrenzte Anzahl Bilder oder Datenmenge pro Monat hochladen kann, was bedeuten würde, dass ich teilweise noch in einem Jahr nicht alle meine bisherigen Fotos dort hochgeladen hätte – von der Unsinnigkeit zu schweigen, überhaupt in „Anzahl“ zu rechnen und nicht in Datenmenge, aber das scheint tatsächlich eine Spezialität deutscher Internetunternehmen zu sein, in solchen Kategorien zu denken – bis dahin, dass eben auch in den meisten Bezahlmodellen schlicht nicht die für mich nötige Gesamtdatenmenge angeboten wird. Und wo doch, dann (für mich) grundlegende Funktionalitäten von vornherein fehlen, ohne die ich aber nicht einsehe (viel) Geld zu zahlen.

Ich müsste quasi für jede Funktion, die ich in ipernity habe, einen separaten Dienst suchen und jeweils bezahlen. Also Cloudspace (z.B. über Google oder Dropbox), Embedding, Albensortierung, Privacy usw.. Das würde sogar gehen, bedeutet aber auch einen irrsinnigen Aufwand, wenn ich für jede Funktion auf eine andere Webseite oder in eine eigene Verwaltung gehen muss.

Ja, ich habe sogar überlegt, selbst zu hosten, aber dafür bin ich nicht technisch affin genug, mir reicht es schon, darauf zu achten, dass meine WordPress-Installationen immer up-to-date sind und kein Einfallstor für Hacker. Und dass mir in den letzten 10 Jahren zweimal mein Server dennoch gehackt und alles, was drauf lag mehr oder weniger zerstört wurde sagt mir, dass diese Befürchtung, dass das einen sehr großen Aufwand bedeutet auf einem Gebiet, auf dem ich mich nur mittelmäßig auskenne, nicht aus der Luft gegriffen ist.

Langer Rede kurzer Sinn: da die Zeit drängt und ich bis jetzt nichts andere finden konnte, bin ich zähneknirschend zur dunklen Seite der Macht gegangen und habe mir wieder einen Flickr-Account angelegt. Da ipernity ja ursprünglich Flickr mehr oder weniger eins zu eins kopiert hatte, ist die Umstellung fürs Handling meiner Fotos dort sehr gering, und ich konnte und kann dort tatsächlich alle meine Fotos hochladen, so schnell es der Upload-Stream meines Internetproviders hergibt.

In Sachen Alben, Privacy usw. ist Flickr ja ziemlich das selbe wie ipernity, auch das „Organizr“-Tool ist fast gleich, somit muss ich da wenigstens nicht erst noch umlernen. Aber ipernitys Anspruch von Beginn „Wie Flickr, aber im Detail immer ein bisschen besser“ bemerkt man da schon recht schnell. Es sind jeweils nur kleine Details, aber derer viele. Bei den Möglichkeiten, Bildgrößen anzuzeigen, auszuwählen, runterzuladen usw, aber auch und gerade in dem Organizr-Tool selbst, das ipernity ja auch kopierte, aber eben auch in manchen Details verbesserte. Und auch die aufgeräumtere Oberfläche werde ich vermissen.

Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten und ipernity fände einen Käufer oder einen anderen Weg, es doch noch zu packen würde mich das natürlich freuen. Wie gesagt: auch eine Preiserhöhung würde ich mitgehen. Aber im Moment schaut es leider nicht danach aus. Weshalb ich die letzte Zeit weniger damit zubringen konnte, hier neue Artikel und Fotos rein zu stellen, weil ich damit beschäftigt war, zumindest die letzten 4 Jahre an Bildern nach Flickr hochzuschaufeln und alle Bildverknüpfungen all meiner Artikel der letzten 3 Jahre hier im fotoschraubr-Blog auf die neuen Ziele umzuschreiben, damit Ende Januar nicht plötzlich sämtliche Bilder aus den Blogartikeln verschwinden.

War ’ne Schweinearbeit – Rolli wird „Spaß“ haben, wenn er das auch machen muss 😀


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “ipernity in Schwierigkeiten